Evangelisches Dekanat Odenwald

Bergkirche Mümling-Grumbach

Vier Sterne mehr fürs Gotteshaus

Mümling-Grumbach. Astronomin ist Susanne Riek nicht. Aber als Restauratorin der Firma Stefan Klöckner (Biebergemünd) hat sie durchaus einen guten und geschulten Blick für Sterne, auch für die blassen, kaum noch sichtbaren. So hat Riek im Chorraum der evangelischen Bergkirche in Mümling-Grumbach in den vergangenen Monaten die Gestirne der Deckenmalerei wieder zum Leuchten gebracht. "Vier Sterne waren kaum noch zu sehen, sie waren bei einer früheren Renovierung nicht wieder ausgemalt worden." Das hat die engagierte Restauratorin nun nachgeholt, und sie schwärmt von der Arbeit in der alten kleinen Kirche auf dem Gelände des Mümling-Grumbacher Friedhofs. Glücklich ist Susanne Riek vor allem auch deswegen, weil sie das ganze Innenrenovierungs-Projekt begleiten konnte: von den ersten Voruntersuchungen, die schon einige Jahre zurückliegen, über die Zwischenarbeiten wie etwa das Anlegen einer Musterachse, bis nun zu den letzten Pinselstrichen. Unter anderem hat sie in enger Absprache mit der Denkmalpflege einem Heiligen seinen Heiligenschein wiedergegeben, ein Reiter und sein Pferd haben Köpfe bekommen, Bäume grünen wieder. Was die Gesamtszenerie der Malereien darstellt, ist nicht zu entscheiden. Zudem war der gesamte untere Teil der Chorbemalung irgendwann bei früheren Arbeiten abgeschlagen worden - aus heutiger Sicht unvorstellbar.

Wie Kirchenvorstandsvorsitzende Martina Heß und der für die Arbeiten zuständige Architekt Rudolf Happel (Reichelsheim) erläutern, wurden im Zuge der Arbeiten neben der Erneuerung von Putz und Anstrich außerdem die Kirchenbänke aufgearbeitet und neu gestrichen. Die Heizung wurde komplett erneuert und ist jetzt regelbar; "vorher gab es nur an oder aus", erläutert Heß. Auch die ganze Elektrik der alten Kirche ist erneuert worden, und es gibt eine Querbelüftung durch Fensteröffnung - wichtig für die Feuchtigkeitsregulierung. Nicht zuletzt wurde der sogenannte Matronenstein, eine kunsthistorisch bedeutungsvolle Sandsteinarbeit, gesäubert.

Gekostet haben die Arbeiten insgesamt rund 215.000 Euro, erklärt Martina Heß. Der Eigenanteil der Kirchengemeinde von 45.000 Euro kann erfreulicherweise aus Mitteln der Dorferneuerung gestemmt werden. Den Hauptteil der Kosten, etwa 170.000 Euro, trägt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau.
Der Gottesdienst zum feierlichen Wiederbezug der Bergkirche beginnt am Sonntag, 27. Januar, um 10 Uhr.

 

Bernhard Bergmann
21.1.2019


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