Evangelisches Dekanat Odenwald

Reformationstags-Gottesdienst

Wort, das zum Samenkorn wird

Dekanat Odenwald/Michelstadt. Zehn Jahre Reformationsdekade, ein Jahr intensiver Beschäftigung mit dem Thema Reformationsjubiläum - und dann am 31. Oktober ist alles mit einem großen Fest vorbei? Können zehn Jahre in einem Tag enden? Mitnichten. So soll es nicht sein, sagte Dekan Dr. Karl-Heinz Schell im Festtags-Gottesdienst in der Michelstädter Stadtkirche ganz deutlich. Viele Veranstaltungen gab es, alle denkbaren Aspekte rund um das Thema Reformation und Martin Luther sind aufgezeigt worden. "Die ganze Welt hat sich damit beschäftigt", so der Dekan. "Und wie kann das reformatorische Wort Gottes von der Liebe zum Samenkorn werden, das unser Tal zum Blühen bringt?" Es gelte "einzustehen für das, was ich glaube, auch wenn mir das Nachteile bringt". Christen sollten mehr von ihrem Glauben sprechen, ermutigte Schell. "Der Heilige Geist sehnt sich nach unserem offenen Herz."

Mit Blick auf das Wirken des Reformators verdeutlichte der Odenwälder Dekan, dass Luther der Begründer des Individualismus wurde: "Ein einzelner, der gegen die Welt antritt". Auch wenn er die Folgen seines theologischen Wirkens - beileibe nicht nur schöne und gewinnbringende - nicht habe abschätzen können, gehandelt habe er aus Überzeugung. "Er las die Bibel mit Bezug auf sich selbst und entdeckte darin Gott als Vater, der seine Kinder liebt und ihre Freiheit will." Und als einen "glühenden Backofen voll Liebe", wie Luther selbst Gott beschrieb.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Dekanatskantor Hans-Joachim Dumeier und dem Kirchenchor der Evangelischen Stadtkirchengemeinde. Die Liturgie hatte Pfarrer Jost Mager übernommen.

 

Bernhard Bergmann
31.10.2017


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