Evangelisches Dekanat Odenwald

Taufbrunnen Hainstadt

Jordanwellen unterm Breuberg

Mömlingen/Hainstadt. Jesus wurde von Johannes am Jordan getauft, so berichtet es die Bibel. Zugleich ist dies das bekannteste Beispiel für die Taufe und ihre Bedeutung: Ab jetzt gehörst Du untrennbar zu Gott, als sein geliebtes Kind. Manche Eltern unserer Tage machen sich darum die Mühe, Taufwasser vom Jordan zu organisieren. In Hainstadt gibt es künftig ein symbolisches Stück Jordan direkt vor Ort. In dem derzeit in der Steinmetzwerkstatt Gradwohl in Mömlingen entstehenden neuen Taufbrunnen wird ein blaufarbiger, gewellter Stein den Grenzfluss zwischen Israel und Jordanien symbolisieren. "Ansonsten besteht der Brunnen aus heimischem Sandstein", erklärt Werner Gradwohl. Der Steinmetz- und -bildhauermeister, der auch promovierter Diplom-Bauingenieur ist, führt in dritter Generation den ursprünglich nahe Fünfkirchen (heute Ungarn) gegründeten Familienbetrieb. Gradwohl hat den Brunnen entworfen und setzt ihn nun zusammen mit seinen Söhnen und Mitarbeitern um.
Was diesen neuen Taufbrunnen zu etwas besonderem macht: Er unterscheidet sich von seiner Form und Gestaltung her grundlegend von den Taufsteinen, wie man sie aus christlichen Kirchen aller Konfessionen kennt. Und: Er wird seinen Platz im Freien finden, als zentraler Bestandteil des neuen Martin-Luther-Platzes vor der Kirche in Hainstadt. Das Taufwasser, welches hier künftig verwendet werden wird, wird dann jeweils frisch aus der Quelle geholt, die unter der Kirche entspringt.

Einen Taufstein oder wie in diesem Fall gar einen Taufbrunnen neu zu schaffen, ist heutzutage ein seltener und besonderer Auftrag für einen Steinmetzbetrieb, bestätigt Meister Gradwohl. Erste eigene Entwürfe hatten Pfarrer Dr. Michael Weber und seine Ehefrau, Dr. Jutta Reisinger-Weber, dem Kirchenvorstand vorgestellt. Bald war klar, dass das Reformationsjubiläum ein guter Anlass sein würde, den Platz vor der evangelischen Kirche des Breuberger Stadtteils neu zu gestalten und einen Taufbrunnen hier zu integrieren. Schließlich hatte gerade Martin Luther die besondere Bedeutung der Taufe hervorgehoben.
Auch wenn die Bildhauerarbeiten schon weit fortgeschritten sind, so ist derzeit geplant, "dass der Taufbrunnen bei der nächsten Kerbfeier in knapp einem Jahr eingesegnet werden wird", erläutert Pfarrer Weber die weiteren Planungen. Denn die Herrichtung des Platzes wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Der Taufbrunnen soll ausschließlich aus Spenden finanziert werden, wünscht sich der Pfarrer. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund 4.600 Euro. Wer gerne einen Beitrag leisten möchte, kann dies mit einer Spende auf das Konto der Evangelischen Kirchengemeinde Neustadt, IBAN DE46 5085 0150 0002 0078 00 bei der Sparkasse Darmstadt tun; Stichwort: "Kirchplatz Hainstadt".

 

Bernhard Bergmann
4.9.2017


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